Pressemitteilung zum Verbot des Vortrages in Brühl

Köln, den 21. März 2008

Informationsveranstaltung zu rechtsextremer Szene im Kölner Umland von Brühler Stadtgemeinde verboten

Aufgrund des Erstarkens der rechtsextremen Szene im Rheinland und der steigenden Zahl gewalttätiger Übergriffe von Neonazis (s.z.B. KSTA v. 04.03.2008) haben verschiedene Initiativen und Einzelpersonen eine Veranstaltungsreihe organisiert, um über die sogenannten Autonomen Nationalisten/AG Rheinland zu informieren.  Unter dem Motto "Faschismus ist nicht trendy - Autonome Nationalisten stoppen!" sollen Informationsveranstaltungen in Brühl, Pulheim, Leverkusen, Bonn und Köln stattfinden, bei denen über diese neue Entwicklung in der Neonazi-Szene informiert werden soll.

Beginn der Veranstaltungsreihe sollte ein Informationsabend mit anschließendem Konzert am 28.03.08 im Brühler Jugendzentrum sein. Diese Veranstaltung wurde jedoch auf Bestreben der Stadt Brühl verboten.

Nachdem mit dem KSJ-Heim in der Kaiserstrasse ein alternativer Veranstaltungsort aufgetan wurde, reagierte die Stadt direkt und erneut und ließ die Veranstaltung durch seinen Beigeordneten Andreas Brandt wiederum  verbieten. Trotz wiederholter Gespräche ließ sich die Stadtverwaltung nicht von dem Verbot abbringen.

Wir halten es für einen Skandal, dass Engagement gegen Rechtsextremismus von Jugendlichen und jungen Erwachsenen  in dieser Art und Weise verhindert wird.  Zivilcourage gegen Rechts wird immer wieder gerade von Politikern gerne gefordert. Aufgrund von erwarteter Eskalation möchte der Bürgermeister von der Veranstaltung nichts wissen. Konfrontation mit der rechten Szene soll wohl in Brühl auf Kosten von Information für die Brühler Bevölkerung wohl unbedingt vermieden werden. Dabei ist es nicht von der Hand zu weisen, dass täglich neue rechtsradikale Schmierereien und Aufklebern in Brühls Straßen auftauchen, vermehrt in den Stadteilen Brühl-Mitte und Brühl-Nord. Mauern und Bahnsteige werden mit rechtsradikalen Parolen beschmiert und sogar das jüdische Denkmal wurde verschandelt. Ebenfalls gab es gewalttätige Übergriffe von Neonazis z.B. auf ein jugendliches Mädchen mit einem „Gegen-Nazis“-Aufnäher. Dies geschah auf vollem Bahnsteig, am helllichten Tag, bei dem von den anwesenden Augenzeugen weder Hilfe noch gewährte Zivilcourage erfolgte. Nicht verboten wurde z.B. 2005 eine Zusammenkunft  der Jungen Union Brühl  mit Vertretern der rechtsextremen Bürgerbewegung pro Köln.

Wir fordern von der Stadt Brühl eine sofortige Rücknahme des Veranstaltungsverbotes.

Jugendclub Courage Köln e.V.
Steinbergerstrasse 40
50672 Köln